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Die Relativitätstheorie für Edelmetalle

Seit Jahren höre ich das gleiche Gerede, dass Gold doch schon so teuer sei, und ein Kauf nicht mehr lohne. Tatsächlich? Ein informierter Investor könnte Ihnen anhand des Charts der letzten fünf Jahre aufzeigen, wann der günstigste Kaufzeitpunkt gewesen wäre. Der Gläubige fühlt sich schlauer, nachdem er die Kirche verlassen hat. Überhaupt wissen es alle danach immer besser. Das Dumme daran ist nur: wenn „hätte ich“ kommt, ist „habe ich“ vorbei!

Was ist denn teuer? Zunächst ein Begriff, der Relativität zum Ausdruck bringt. Etwas ist teuer gemessen woran? Sind den 1.400 US-Dollar für eine Feinunze Gold (ca. 31.10 Gramm) teuer, wenn man versteht, dass hier eine ungedeckte Buchgeld-und Papierwährung, emittiert vom größten Schuldenmacher des Planeten, mit einem knappen, geronnene Arbeit verkörperndem Gut verglichen wird!?

Ein plastisches Beispiel zur Verdeutlichung: im Januar 1923 kaufte man in Deutschland eine Feinunze Gold für knapp 200 Reichsmark. War das teuer? Mitnichten, wenn Sie erfahren, dass der Preis für die gleiche Goldmünze im November desselben Jahres auf sage und schreibe 87 Billionen Reichsmark stieg! Das sind 87 plus zwölf Nullen. Ist das teuer? Ja, werden Sie jetzt sagen, da wir es nicht gewohnt sind, mit solch großen Zahlen umzugehen, oder? Es ist letztlich egal, denn entscheidend ist einzig und allein, was in echten Krisenzeiten an Lebenswichtigem eingetauscht werden kann: entweder gegen Papierscheine, oder gegen Edelmetalleinheiten. Was wird wohl größere Akzeptanz finden, wenn es eng wird?

Haben wir denn überhaupt noch eine Finanzkrise, könnten Sie jetzt vielleicht fragen? Schließlich wird in den Medien permanent der Aufschwung gepredigt. Gegenfrage: Wurde denn seit der Pleite von Lehman Brothers 2008 oder dem Fast-Bankrotts Griechenlands im Frühjahr 2010 irgendein Problem im Finanzsektor gelöst, bzw. nicht auf die Allgemeinheit, also uns abgewälzt? Wenn Ihnen dazu keine positive Antwort einfällt, sollten Sie weiterhin den glänzenden Metallen treu bleiben und jeden Preisrückgang zum Nachkauf nutzen. All jenen, die bisher aus Unwissenheit oder Ignoranz dem Edelmetall als fungiblem Vermögenssicherungsinstrument fern blieben, möge dieser kurze Artikel als Impuls dienen...

Die Verantwortungslosigkeit der USA als Herausgeber der Weltleidwährung US-Dollar relativiert sich neuerdings auch: Vom Senat des US-Bundesstaates Utah wurde dieser Tage ein Gesetz verabschiedet, nach dem Gold und Silber wieder als Zahlungsmittel legalisiert werden! Dabei wird die Kaufkraft der Münzen nicht nach Ihrem eingestanzten Nennwert, sondern nach Ihrem Materialwert (= Feingehalt) berechnet! „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die es uns erlaubt, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten, während der Wert des Dollar weiter sinkt.“, begründete der republikanische Abgeordnete Brad Galvez seine Initiative für das Gesetz. In zwölf weiteren US-Bundesstaaten werden ähnliche Bestrebungen registriert!

Einen habe ich noch, um die das „Teuer-Argument“ zu relativieren: James Turk, ehemaliger Edelmetallhändler bei JP Morgan Chase und Rohstoffmanager des Staatsfonds von Abu Dhabi, wurde Ende März nach dem wahrscheinlichen Goldpreis bis 2015 befragt. Seine Antwort dürfte nominal gepulsten Erbsenzählern und makroökonomisch gebildeten Strategen gleichermaßen gefallen: „Ich sehe Gold bei 8.000 US-Dollar.“. Noch Fragen?

Lutz Krause
Freier Wirtschafts- und Finanzjournalist





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"Regia, crede mihi, res est succurrere lapsis!"
lateinisch: "Etwas Königliches ist es, glaube mir, dem der gestrauchelt ist zu helfen!" (Ovid)

Publius Ovidius Naso, Ovid genannt
* 20. März 43 v. Chr. in Sulmo (nähe Roms)
† wohl 17 n. Chr. in Tomis
war ein römischer Dichter. Sein Vater war ein wohlhabender Angehöriger des Ritterstandes.